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  • Paradebeispiel

    Erfolgreiche Jugendarbeit

    von redaktion • 21.5.2010 • Kategorie: Theorie & Praxis
    Seit fast 30 Jahren gibt es sie nun, die Jugendgruppe des MFC Burgfalke in Heimbach in der schönen Eifel. Die vielen Kinder und Jugendlichen, die hier zeitweise oder ständig ein modellfliegerisches Zuhause fanden, waren in den vergangenen Jahren mal mehr, mal weniger aktiv und erfolgreich am DMFV-Jugendwettbewerbsgeschehen beteiligt. Und wenn der Nachwuchs dann dabei noch siegreich war, war die Freude groß. In erster Linie steht natürlich immer der Spaß im Vordergrund. So wie zum Beispiel im letzten Jahr.

    Drei erfahrene Modellbauer, fünf Jungs und drei Mädchen – die Jugendgruppe hatte die optimale Größe

    Obwohl sich die meisten Jugendlichen sehr geschickt beim Bau anstellten, halfen die Modellbauer an der einen oder anderen Stelle mit

    Gewusst wie – auch Schleifen will gelernt sein

    Im letzten Arbeitsschritt wurden die Tragflächen lackiert und dann konnte es schon zum Erstflug gehen

    Einer nach dem anderen durfte sein Modell selbst einfliegen

    Der MFC Burgfalke Heimbach-Düren hat im August vergangenen Jahres die regionale Jugendmeisterschaft im Freiflug für das Vertretungsgebiet NRW I ausgerichtet. Also wurden im Vorfeld Überlegungen angestellt, wie noch mehr Teilnehmer für diese Veranstaltung zu begeistern wären. Der „Freiflug“ ist für viele Kinder, die noch nie mit Modellflug in Kontakt gekommen sind, oft der Einstieg in ein vielseitiges Hobby. Er ist einfach, preiswert und bereitet jede Menge Spaß.

    Kontakte
    In der ortsansässigen offenen Ganztagsschule (OGS), in der in den Ferien immer Ferienspiele angeboten werden, fand seitens des Vereins schon im Frühjahr 2009 eine Anfrage statt, ob man sich nicht mit einem Workshop „Flugmodellbau“ hieran beteiligen könnte. Das Angebot wurde glücklicherweise dankbar angenommen.

    Es wurde ein kleines Konzept erarbeitet und dies dann schon mal im „Amtlichen Mitteilungsblatt“, welches regelmäßig und kostenlos an alle Haushalte im Stadtgebiet verteilt wird, veröffentlicht. Das Konzept sah unter anderem vor, dass an zwei aufeinanderfolgenden Tagen ein hochstartfähiges Freiflugmodell von den Kindern und Jugendlichen zusammengebaut und anschließend auf dem Modellflugplatz eingeflogen werden sollte. Angesprochen waren alle Kinder ab zehn Jahren.

    Nun stellte sich für die Jugendleiter die Frage, was für ein Flugmodell genommen werden konnte. Es sollte in kurzer Zeit einfach zu bauen sein und darüber hinaus auch gute Flugleistungen aufweisen. Außerdem durfte es auch nicht zu viel Geld kosten. Aufgrund vielseitiger Erfahrungen fiel die Wahl relativ schnell auf das Modell „Der Kleine Uhu“ von Graupner. Der Bau der Tragfläche in Rippenbauweise mit anschließender Papierbespannung wird schon seit längerer Zeit in den regelmäßigen Baustunden der Jugendgruppe praktiziert. Doch diese Variante wäre zu zeitaufwändig gewesen und so fiel die Entscheidung auf die einfachere Jedelsky­fläche – also die „Brettchen-Bausweise“.

    Herantasten
    Ein paar Wochen vor Beginn der Sommerferien wurde das gesamte Projekt wieder durch einen Artikel im „Stadtblättchen“ bekanntgegeben und um Anmeldung gebeten. Es dauerte auch nicht lange, bis die ersten Anmeldungen eintrafen und schließlich wollten drei Mädchen und fünf Jungs das Flugmodell bauen.

    Zu Beginn des ersten Workshoptags wurde erst einmal ein kleines Video über die Modellfliegerei im Allgemeinen gezeigt. Für einige der Kinder war es der erste Einblick in dieses vielseitige Hobby. Danach startete der praktische Teil. Die Bauanleitung wurde erläutert und der Zusammenbau des Modells begonnen. Der fortschreitende Zusammenbau des Modells bescherte kaum Probleme und ging den Kindern relativ leicht von der Hand. Zudem standen den Kinds drei erfahrene Modellbauer stets zur Seite, konnten beraten und helfend eingreifen. Gegen Ende des ersten Tags waren die Modelle rohbaufertig, ein Ergebnis, welches sich durchaus sehen lassen konnte.

    Der zweite Tag begann mit der Grundierung aller Holzteile. Während der Trocknungszeit wurden Themen wie Auswiegen, Vermessen, Einfliegen, Kurvensteuerung und Hochstart erklärt. Die Grundierungs- und Schleifarbeiten und das Auswiegen des Modells waren zur Mittagszeit abgeschlossen, sodass der Weg zum Modellflugplatz anstand. Nach den einführenden Worten zum Handstart wurden die Modelle ihrem Element übergeben. Jetzt wurde Modell für Modell eingeflogen und kleine Mängel beseitigt.

    Lehrstunden
    Bis zum Tag des Freiflugwettbewerbs in Heimbach standen noch drei Wochen Zeit zur Verfügung, um den Hochstart zu üben. Hierbei zeigte sich sehr schnell, wer das richtige Gefühl für Laufgeschwindigkeit, Flugkorrektur und Ausklinkmoment entwickelt. Die anwesenden Eltern unterstützten das Training, indem sie die Modelle zurückholten. So hatten alle ihren Spaß, insbesondere natürlich die Kinder.

    Am Wettbewerbstag gingen bei strahlendem Sonnenschein insgesamt 15 Kinder an den Start. Dabei sieben Kinder aus dem Ferienworkshop. Zwei Mädchen qualifizierten sich für die Deutsche Jugendmeisterschaft, wobei ein Kind Deutsche Vizemeisterin im Freiflug wurde und das andere den 6. Platz belegte.

    Es gibt, wie man so schön sagt, viele Wege nach Rom. Der hier beschriebene Weg zu einfacher, erfolgreicher Jugendarbeit zeigt auf, dass es ohne große Aufwendungen, kostspielige Ausrüstung und enormen Zeitaufwand geht. Am 22. August 2010 ist es für das Gebiet NRW I wieder so weit. Dann werden wieder beim MFC Burgfalke in Heimbach die regionalen Sieger und Teilnehmer für die im September folgende Deutschen Jugendmeisterschaft des DMFV im Freiflug ermittelt. Wir sind bereit! Weitere Infos gibt es im Internet unter jugend.dmfv.aero.

    Walter Schöller