Flieger-Wippe
SIG Pro-Balancer von Kavan
von redaktion • 30.7.2010 • Kategorie: Theorie & Praxis
Vorrichtungen zur genauen Ermittlung des Schwerpunkts von Flugmodellen gibt es viele und in den unterschiedlichsten Ausführungen. Bei den meisten Exemplaren werden dabei die Tragflächen in Höhe des Schwerpunkts auf mehr oder weniger spitzen Auflagen positioniert. Ist diese Vorgehensweise bei leichten Modellen noch akzeptabel, so hinterlässt die punktuelle Belastung bei schwereren Flugmodellen oft nachhaltige Eindrücke.
Durchdachte, stabile Konstruktion

Sämtliche Zweiblatt-Propeller lassen sich exakt auspendeln

Aus diesen Teilen wird der Pro-Balancer von Kavan gebaut

Durch die Alurohre lässt sich der Träger leichter verschieben

Dass die genaue Lage des Schwerpunkts eines Flugmodells entscheidenden Einfluss auf die Flugeigenschaften hat, ist hinlänglich bekannt. Umso mehr verwundert es, dass oftmals auf dem Fluggelände mit mehr oder weniger dicken Fingern das Modell an dem besagten Punkt unterstützt und angehoben wird und frei nach dem süddeutschen Motto „basst scho“ als ausgewogen gilt. Unabhängig von den Windeinflüssen, die auf das Modell wirken können, sind Finger bei der Feststellung des exakten Schwerpunktes nur ein sehr grobes Hilfsmittel.
Zwei in einem
Die Firma SIG hat mit dem Pro-Balancer im Vertrieb von Kavan eine durchdachte Konstruktion auf den Markt gebracht, mit der Modelle bis maximal 15 Kilogramm Fluggewicht bei einer Rumpfbreite von bis zu 280 Millimeter exakt ausgewogen werden können. Weiterhin ist eine Vorrichtung zum Auspendeln von Luftschrauben jeder Größe integriert. Der Clou des Ganzen sind die kugelgelagerten Balancerarme, auf denen die Tragflächen aufgelegt werden. Hierdurch wird die Auflagefläche deutlich vergrößert, ohne die Vorzüge einer freien Beweglichkeit einzuschränken.
In kurzer Zeit sind die in CAD-gezeichneten und lasergeschnittenen Holzteile zusammengefügt. Hält man sich an die in deutscher Sprache beiliegende Bauanleitung, kann nichts schief gehen. Besonderes Augenmerk muss während der Montage auf die Leichtgängigkeit der vier Kunststoffscheiben zur Aufnahme der Propellerwelle und die exakte Ausrichtung der beiden Kugellager gelegt werden. Hier darf nichts verkanten oder klemmen, denn dann wäre der gewünschte Effekt dahin.
Lediglich die Führung der beiden Seitenteile auf den unteren Stahlstäben ist vom Autor abgewandelt worden. Hierzu werden zuerst die Stäbe genau parallel in den einen Träger eingeklebt. Die Aufnahmebohrungen des zweiten Trägers werden auf acht Millimeter erweitert und 55 Millimeter lange Aluröhrchen mit 8 Millimeter Durchmesser und einem Millimeter Wandstärke eingeklebt. Durch diese einfache Maßnahme lassen sich die beiden Stützen leichtgängig auf den gewünschten Abstand einstellen. Der Überstand der Alurohre nach innen sorgt nebenbei für das richtige Maß bei Verwendung der Propellerachse.
Auf die Schaukel
Zum Auswiegen werden die beiden Anschlagwinkel auf den Aufnahmearmen eingestellt und jeder Arm mit den Balanciergewichten ausgependelt. Danach kommt das Flugmodell auf die Wippe und kann nun mit Hilfe von Trimmgewichten, Verschieben der Stromquelle oder Ähnlichem in Waage gebracht werden. Fazit: einfach und gut!
Karl-Robert Zahn



















