Magnum reloaded
Bauplan von Martin Müller
von redaktion • 24.11.2010 • Kategorie: Test & Technik
Er ist wieder da, wenn auch in einem anderem Gewand. Martin Müller hat seinen Shootingstar von einst, den Magnum, reloaded. Die Urversion kleidete sich noch mit einem Isolationsrohr als Rumpf und einer Fläche aus Depron. Einen Schönheitspreis gewann er nicht, doch das Ding war praktisch, ließ sich gut nachbauen und flog sehr gut. Kurzum: Der Magnum avancierte zum Liebling vieler Indoorpiloten. Der Neue steht dem in Nichts nach.
Gesteuert wird nur über Höhe und Seite

Ein schmaler Empfänger und Regler verschwinden im EPP-Rumpf

Attraktiv ist die Wasserflugvariante

Das DMFV-Indoor-Team präsentierte den Magnum reloaded zur Messe modell-hobby-spiel in Leipzig
Obwohl der Motor eine recht hohe spezifische Drehzahl besitzt, ist die Untersetzung mit 10,62:1 üblich. Der Hauptrotor soll bei zirka 80 Prozent Regleröffnung etwa 3.000 Touren in der Minute drehen.
Den Bauplan zum Magnum reloaded ist kostenlos im Internet verfügbar, beispielsweise unter www.modellflieger-magazin.de. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Modell komplett aus 30-Millimeter-EPP-Platten für Rumpf und Fahrwerk gebaut wird. Der Bauaufwand ist gering und die durchdachte Konstruktion ermöglicht eine zügige Montage sowie Ausrüstung mit Antriebs- und RC-Komponenten. Jeder Modellflieger mit etwas Bauerfahrung dürfte keine Schwierigkeiten mit dem Magnum reloaded haben. Einzig das Ausschneiden des Flächenmittelstücks mit dem Heißschneidedraht aus EPP erfordert etwas Übung.
Innere Werte
Alles so einfach und preiswert wie möglich zu halten, lautete das Ziel des Magnum reloaded. Entsprechend fällt die Wahl auf Standardservos der 5- bis 9-Gramm-Klasse. Von denen sind auch nur zwei erforderlich, da das Modell ausschließlich mit dem Seiten- und Höhenruder zu steuern ist. Standardware darf es auch beim Empfänger sein. Das heißt, eine Einschränkung gibt es hier doch: der Optik wegen sollte der Empfänger größenmäßig nahtlos im Rumpf unterzubringen sein.
Um die 200 bis 250 Gramm Abfluggewicht sind beim Magnum reloaded anzupeilen. Daher reicht ein preiswerter Außenläufer der 20- bis 30-Gramm-Klasse völlig aus. Beim Propeller eignen sich Typen von 7 × 4 Zoll bis 8 × 4 Zoll – je nach Antriebsauslegung. Der Regler sollte zwischen 10 und 15 Ampere vertragen. Beim Akku darf man getrost auf Vorhandenes zurückgreifen. Los geht es ab einem 2s-LiPo mit 450 Milliamperstunden Kapazität. Aus Gewichtsgründen sollte man keine größeren 2s-Akkus als welche mit 800 Milliamperestunden wählen. Mit einem 3s-Pack wäre der Magnum überpowert, da lohnt es sich eher, auf mehr Flugzeit zu achten.
Aufwärts
Den Namen Martin Müller assoziieren viele Modellflieger mit ultimativem Kunstflugspaß. Zwar ist es kaum vorstellbar, dass auch ein Zweiachs-Modell eine Menge zu bieten hat, doch hier wird der Konstrukteur seinem exorbitant guten Ruf voll gerecht. Er schuf mal wieder ein Modell mit breitem Einsatzspektrum.
Natürlich lassen sich mit dem Magnum reloaded eine Reihe von Kunstflugfiguren fliegen. Jede Menge Spaß ist garantiert. Der kleine Quirl nimmt nichts krumm und macht vieles mit. Meist erinnert das an wildes Funflying und rumzappeln – wunderbar. Trotzdem beherrscht das Modell auch die leise Gangart. Hier wirken das Profil und die Ohren der Tragflächen besonders stabilisierend. Mit reduzierten Ruderausschlägen kann der Magnum auch ganz zahm sein.
Ohne Zweifel ein Highlight ist die Option, dem Magnum reloaded auch Schwimmer zu verpassen. Um flexibel zwischen Hallen-, Flugplatz- und Wasserflugbetrieb zu sein, konstruierte Martin Müller in Zusammenarbeit mit Dieter Wadle Schwimmer, die sich auf das vorhandene Fahrwerk leicht auf- und abziehen lassen.
Konstruktion: Martin Müller
Text und Fotos: Mario Bicher




















