Learn to Fly
Startwagen von Teichner Modellbau
von redaktion • 21.5.2010 • Kategorie: Test & Technik
Bereits ganz zu Beginn, als die ersten Startwagen auf den Markt kamen, sicherten sich ambitionierte RC-Piloten und Modellsportclubs die geniale Starthilfe für Elektrosegler. Kein Wunder: Schleppmaschinen, Starthelfer mit Speerwerferqualitäten und Gummiflitschen macht der Startwagen bei großen Elektroseglern völlig überflüssig. Bestes Beispiel sind die Starthelfer von Teichner Modellbau, von denen hier vier Exemplare vorgestellt werden.
Hier ist die Auflägefläche so gewählt, dass die Klappen für den Start noch nach unten gefahren werden können

Schön zu sehen: Die Wagen gibt es nicht nur in verschiedenen Höhen, sondern auch die Auflageflächen variieren

Selbst kleine, einfache Modelle können ganz leicht mit den Teichner-Wagen gestartet werden

Die Einsatz eines Startwagens ist denkbar einfach: Modell auflegen, ausrichten und Gas geben. Nach wenigen Meter hebt sich der Segler aus dem Wagen

Mittlerweile hat Frank Teichner von Teichner Modellbau rund 500 Startwagen an begeisterte Modellflugsportler in ganz Europa verkauft. Doch der Kleinhersteller ruht sich nicht auf den Lorbeeren aus: Kaum war sein Standard-Startwagen auf vielen Modellflugplätzen fest etabliert, wollte auch die Klein- und Großsegler-Fraktion ihre Hochleistungsgeräte mit einem passenden fahrbaren Untersatz stressfrei und spielend in die Luft bringen. Auch für diese Klientel hat Teichner Modellbau inzwischen passende Startwagen im Portfolio. Das Einsatzspektrum reicht vom kleinen Elektrosegler mit etwa 2.000 Millimeter Spannweite bis hin zum Giant-Scale-Modell mit 9.000 Millimeter Spannweite.
Vier Typen
Insgesamt produziert Teichner Modellbau vier unterschiedliche Startwagen-Bausätze, sie heißen Mini-, Standard-, Maxi- und Riesen-Startwagen. Die fahrbaren Untersätze unterscheiden sich in der Höhe und Tiefe der Flügelauflage sowie im Achs- und Raddurchmesser voneinander. Der Abstand der Radachsen spielt eine wichtige Rolle, damit der Startwagen geradeaus läuft und die Spur hält. Deshalb variiert dieser wichtige Parameter je nach Startwagengröße zwischen 478 bis 659 Millimeter.
Dank der gummierten Auflage liegen die Tragflächen verrutschfest auf der Starthilfe auf. Sobald nach wenigen Meter Rollstrecke die Strömung anliegt, lässt sich der Flieger auf dem Startwagen prima mit dem Seitenruder während der Startphase steuern. Zudem hat man während des gesamten Vorgangs stets beide Hände am Sender. Sollte wider Erwarten doch einmal etwas schief laufen, kann man schnell und gezielt eingreifen – ein enormer Sicherheitsgewinn.
Bocksprünge
Ein Modellflugclub in der Nähe des Autors hatte sich den Standard-Startwagen bestellt, war jedoch nicht zufrieden – der Grund: Mit einer elektrifizierten Tangent Alpina 4001 (4.000 Millimeter Spannweite) auf dem Rücken hüpfte der Wagen während der Beschleunigungsphase hin und her. Er war mit dem Seitenruder kaum in der Spur zu halten. Zudem verrutschte der Elektrosegler auf der gummierten Flächenauflage seitwärts, der Startwagen hakte ein und warf den Segler ab. Gott sei Dank ohne Beschädigungen.
Auch der Autor traute seinen Augen nicht und legte deshalb die Alpina 4001 auf seinen Standard-Startwagen. Und siehe da, der fahrbare Untersatz lief trotz des holprigen Untergrunds schnurgeradeaus und hielt prima die Spur. Nach etwa 25 Meter Rollstrecke hob der Elektrosegler wie immer einwandfrei ab – ein Bilderbuchstart ganz ohne Bocksprünge und Ausrutscher. Unglaublich – zwei identische Startwagen mit ganz unterschiedlichem Laufverhalten.
Die Untersuchung der beiden Wagen brachte ans Licht, dass der Modellflugclub die Muttern der Radachsen mit Gewalt, hingegen der Autor nur handfest angezogen hatte. Weil sich der Wagen wegen der lose angezogenen Muttern während der Startphase verwinden konnte, hielt die Starthilfe trotz des unebenen Untergrunds tadellos in der Spur. Also, die Muttern auf den Radachsen nur leicht anziehen, damit der Startwagen perfekt rollt.
Extrawurst
Viele Modellflugsportler wollen die Wölbklappen bereits während der Startphase setzen, wenn sie mit dem Teichner-Startwagen ihre Elektromodelle in die Luft bringen. Der Hersteller geht gerne auf solche Sonderwünsche ein und fertigt für diese RC-Piloten auch Varianten mit verkürzter Flächenauflage. So kann man die Wölbklappen beliebig ausfahren, wodurch sich in der Regel die Rollstrecke stark verkürzt. Auch sollte man darauf achten, dass der Klapppropeller bei laufendem Motor eine Bodenfreiheit von mindestens 7 Zentimeter hat. Deshalb ist es empfehlenswert, vor dem Kauf beim Hersteller anzurufen und sich einen maßgeschneiderten Startwagen konfektionieren zulassen.


Wiegt ein Elektrosegler 5 Kilogramm oder mehr, so ist der Start ohne Starthelfer oder Schleppmaschine oft ein riskantes Abenteuer. Jedoch mit einem Teichner-Startwagen kann jeder Modellflugsportler kleine sowie sehr große Elektrosegler sicher und einfach starten. Selbst Schleppmaschinen, Gummiflitschen, Hochstartwinden oder Starthelfer mit Speerwurfqualitäten können mit den preiswerten Teichner-Startwagen nicht konkurrieren.
Loys Nachtmann



















